Stuttgart | Bürgerhospital (1. Preis)

Leitidee des Konzeptes ist die freiräumliche und typologische Vernetzung des neuen Quartiers mit seiner Umgebung, die die bestehende heterogene Gebietsstruktur sorgfältig weiterentwickelt und mit Innenstadt und Halbhöhe verwebt. Die in Ansätzen bestehenden Wegebeziehungen zwischen der Kirche St. Georg und dem AWS-Gelände werden aufgegriffen und als wichtige Vernetzung durch das neuen Areal geführt. An der Schnittstelle der dazu quer verlaufenden „Grünen Spange“ entsteht der Nukleus einer neuen Quartiersmitte, die sich mit dem ehemaligen Patientengarten als Bürgerpark dem Stadtteil öffnet.
Die hohe Bau- und Nutzungsdichte erfordert ein ausgewogenes System differenzierter Freiraumangebote: Rückzugs- und Erholungsräume, Aktivflächen sowie Orte für Kommunikation und Begegnung. Dem Aufbau dieses starken Freiraumnetzes kommt bei der Neuordnung des Areals daher eine Schlüsselfunktion zu. Der Sicherung und Qualifizierung wertvoller Bestandsbereiche wird dabei ebenso Bedeutung beigemessen wie der sensiblen Implementation neugestalteter Freiraumsequenzen im Quartier.
Die Parzellenstruktur und Hofstrukturen der gründerzeitlichen Nachbarquartiere greift das Konzept unter Einbeziehung der prägenden historischen Spuren des Klinikareals konsequent auf. Der Maßstab von Haus und Hof erlaubt trotz urbaner Dichte überschaubare Nachbarschaften mit jeweils eigenständigem Charakter – die zugleich Raum für Begegnung als auch Rückzugsbereiche zulassen.
Im Zusammenspiel schaffen die unterschiedlichen Teilbereiche ein lebendiges Quartier mit differenzierten Bau- und Wohnformen die die gewünschte soziale Mischung im Quartier gewährleistet.